Arbeitsunfähigkeit

Einen großen Unterschied zum deutschen Arbeitsrecht gibt es bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit. In Deutschland wird Ihr Lohn zunächst weiter gezahlt werden. Dabei ist es nicht wichtig, auf welche Art und Weise die Arbeitsunfähigkeit entstanden ist. Dies ist in Spanien anders, denn hier werden durch das Sozialversicherungsgesetz alle Sozialleistungen geregelt, wobei als Maßstab nicht nur die Art der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt wird, sondern auch die Ursache.

Die wichtigste Voraussetzung für das Erhalten von Sozialleistungen ist, dass Sie regelmäßig in die Sozialversicherung einzahlen. Das heißt natürlich nicht, dass Sie nicht ab dem ersten Arbeitstag Leistungen beanspruchen können. Allerdings ist dies von der Art der Arbeitsunfähigkeit abhängig. Wenn diese Ihre Ursache in der Ausübung des Berufes hat, so haben Sie bei Ihrer Arbeit schon am ersten Tag einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Wenn die Ursache jedoch nicht auf die Arbeit zurückzuführen ist, sondern auf Dinge wie zum Beispiel Erkältungen, Unfälle beim Sport oder in der Freizeit zurückzuführen ist, so haben Sie erst ab Ihrem vierten Arbeitstag Anspruch auf eine Weiterzahlung Ihres Lohnes.

Die Lohnfortzahlung wird folgendermaßen bewerkstelligt. Ihr Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, dass er Ihnen vom vierten bis zum fünfzehnten Arbeitstag den Lohn weiterhin zahlt. Ab dem sechzehnten Arbeitstag übernimmt die Sozialversicherung die weiteren Zahlungen, allerdings nicht in voller Höhe. Hierfür gibt es eine festgelegte Bemessungsgrundlage Seitens des Gesetzgebers. Auf dieser Grundlage erhalten Sie, je nach Fall, 60 bis 75 Prozent Ihres Lohnes.

Für die Dauer dieser Leistungen gibt es ebenfalls eine gesetzliche Regelung. Es ist absolut unerheblich, ob die Arbeitsunfähigkeit beruflich bedingt ist oder nicht. Die Lohnfortzahlung ist auf einen Zeitraum von längstens 12 Monaten beschränkt. Dies muss allerdings nicht immer zutreffen, denn für einige Fälle hält der Gesetzgeber in Spanien Ausnahmeregelungen bereit, nach denen dieser Zeitraum verlängert werden kann.

Wenn Sie auf Teneriffa oder den Kanaren arbeiten, müssen Sie sich im Krankheitsfall also darauf einstellen, dass es zu finanziellen Verlusten kommt.